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<title>Biotoptyp</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Biotoptyp</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Ein <b>Biotoptyp</b> ist ein abstrahierter <a href="Typus_(Nomenklatur)" title="Typus (Nomenklatur)">Typus</a> aus der Gesamtheit gleichartiger oder ähnlicher <a href="Biotop" title="Biotop">Biotope</a> und dient vor allem der Beschreibung der kleinsten <a href="%C3%96kologie" title="Ökologie">ökologischen</a> Landschaftseinheiten im Rahmen der Vorgaben der <a href="Naturschutzgesetz" class="mw-disambig" title="Naturschutzgesetz">Naturschutzgesetze</a>. Jeder einzelne Typ bietet, als Lebensraum mit seinen ökologischen Bedingungen einheitliche, von anderen Typen verschiedene Voraussetzungen und ist durch spezielle Pflanzengesellschaften gekennzeichnet.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er kann als Resultat aus ähnlichen Lebensbedingungen und einer verwandten Vegetationsgeschichte verstanden werden.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der <a href="Klassifikation" title="Klassifikation">Typisierung</a> fließen <a href="Abiotische_Umweltfaktoren" title="Abiotische Umweltfaktoren">abiotische</a> und <a href="Biotische_Umweltfaktoren" title="Biotische Umweltfaktoren">biotische Umweltfaktoren</a> ein, ein Großteil ist durch anthropogene Nutzung geprägt oder beeinträchtigt.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der <a href="Richtlinie_92/43/EWG_(Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie)" title="Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie)">FFH-Richtlinie</a> der Europäischen Union ist im Anhang I eine Liste schutzwürdiger Biotoptypen angegeben, deren Erhaltung im besonderen gemeinschaftlichen Interesse liegt. Diese werden hier als <a href="Lebensraumtyp" title="Lebensraumtyp">Lebensraumtypen</a> bezeichnet. Die Mitgliedsstaaten der EU sind verpflichtet, für diese Lebensraumtypen besondere Schutzgebiete auszuweisen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Struktur">Struktur</h2></div>
<p>Als Hauptmerkmal bei der Differenzierung gilt die <a href="Vegetation" title="Vegetation">Vegetation</a>, untergeordnet ist der Standort. Oftmals werden mehrere Biotoptypen in eine Biotopklasse zusammengefasst. Beim Biotopkomplex oder Biotopkomplextyp handelt es sich um charakteristische Kombinationen von Biotopen, welche wiederholt entlang eines ökologischen Faktorengradienten vorkommen. Aus naturschutzfachlicher Sicht sind besonders Kontaktzonen zwischen sehr unterschiedlichen Biotoptypen von besonderem Wert. Dabei sind die Komplextypen stärker gefährdet als die zugehörigen, einzelnen Biotoptypen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anwendung">Anwendung</h2></div>
<p>Eine Biotoptypenkartierung wird auf der Grundlage der jeweiligen gültigen Länderschlüssel durchgeführt (z. B. Drachenfels 2004 für Niedersachsen, Zimmermann et al. 2004 für Brandenburg), wobei der Begriff "Schlüssel" hier nicht im Sinne eines <a href="Bestimmungsschl%C3%BCssel" title="Bestimmungsschlüssel">Bestimmungsschlüssels</a>, sondern einer Liste der Biotoptypen-Schlüssel (Abkürzungen, Nummern) zu verstehen ist. Bei der Kartierung kommt der Erfassung bedrohter Lebensräume eine besondere Bedeutung zu. Der Kartiermaßstab variiert nach Aufgabenstellung, im Regelfall erfolgt die Kartierung im Maßstab 1:5.000. Der konventionelle Weg der Kartierung führt über eine Feldkartierung. Eine Alternative bietet die luftbildgestützte Biotoptypenkartierung. Der bei einer <a href="Biotopkartierung" title="Biotopkartierung">Biotopkartierung</a> zu Grunde liegende Kartierungsschlüssel enthält unter anderem eine Beschreibung aller möglichen Biotoptypen, woraus der Kartierer sich pro selbst gewählter Flächeneinheit für einen Typ entscheiden muss. Der Wert eines Gebietes im Sinne von <a href="Naturschutz" title="Naturschutz">Naturschutz</a> und <a href="Landespflege" title="Landespflege">Landespflege</a> verändert sich durch die Menge bestimmter darinliegender Biotoptypen. Verschiedene Biotoptypen sind gemäß der Landesnaturschutzgesetze als schützenswert deklariert.
</p><p>Neben der landesweiten Biotopkartierung des jeweiligen Bundeslandes ist die Zuweisung, Abgrenzung und Kartierung von Biotoptypen die wesentliche Grundlage der <a href="Eingriffsregelung" class="mw-redirect" title="Eingriffsregelung">Eingriffsregelung</a> nach Bundesnaturschutzgesetz. Für den jeweiligen Fachplan, meist ein <a href="Landschaftspflegerischer_Begleitplan" title="Landschaftspflegerischer Begleitplan">Landschaftspflegerischer Begleitplan</a> im Rahmen einer <a href="Planfeststellung" title="Planfeststellung">Planfeststellung</a> oder ein <a href="Umweltbericht" title="Umweltbericht">Umweltbericht</a> für Eingriffe auf Grundlage des <a href="Baugesetzbuch" title="Baugesetzbuch">Baugesetzbuchs</a>, wird das jeweilige Plangebiet gemäß einem vorher vereinbarten Kartierschlüssel in Einzelflächen gegliedert und diese bewertet. Damit wird die Schwere des Eingriffs als Grundlage von Kompensationsmaßnahmen bestimmt und der Nachweis des (planerischen) Ausgleichs erbracht. Aufgrund dieser Funktion sind flächendeckende Kartierungen von Biotoptypen erforderlich (einschließlich versiegelter Flächen, Gebäude, Straßen usw.). Damit werden auch diese im Rahmen des Verfahrens als Biotoptypen definiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rote_Liste_der_Biotoptypen">Rote Liste der Biotoptypen</h2></div>
<p>Bei der Roten Liste der Biotoptypen handelt es sich um eine Zusammenstellung für die Beurteilung von gefährdeten Lebensstätten. Die <a href="Landschaft" title="Landschaft">Landschaft</a> Mitteleuropas lässt sich in mehr als 300 Biotoptypen einteilen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Rahmen des <a href="CORINE_Land_Cover" title="CORINE Land Cover">CORINE-Programms</a> wurden europaweit etwa 600 Biotoptypen EU-einheitlich zur Auswertung von Luftbildern definiert. Im CORINE-Programm werden derzeit für Deutschland 37 Typen unterschieden.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): <i>Anleitung für Biotopkartierungen im Gelände.</i> 1. Auflage. Gülzow 1998, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a>&nbsp;<span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220944-0836%22&amp;key=cql">0944-0836</a></span></span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.lung.mv-regierung.de/dateien/biotopkartieranleitung.pdf">PDF; 2 MB</a>)</li>
<li>Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV): Schutzwürdige Biotope in Nordrhein-Westfalen. Kartieranleitung <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/methoden/de/anleitungen/bk/vorwort">online</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">R. Pott: <i>Biotoptypen: Schützenswerte Lebensräume Deutschlands und angrenzender Regionen.</i> Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-3484-5, Seite 41</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">R. Pott: <i>Biotoptypen: Schützenswerte Lebensräume Deutschlands und angrenzender Regionen.</i> Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-3484-5, Seite 6</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Beispiel aus <a href="Mecklenburg-Vorpommern" title="Mecklenburg-Vorpommern">Mecklenburg-Vorpommern</a> für die Herleitung der Biotoptypen aus Biotopen: siehe <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.landesrecht-mv.de/jportal/portal/page/bsmvprod.psml?showdoccase=1&amp;doc.id=jlr-NatSchAGMVpIVZ&amp;doc.part=X&amp;doc.origin=bs&amp;st=lr">Anlage 1 NatSchAG MV</a> in Verbindung mit <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.lung.mv-regierung.de/dateien/biotopkartieranleitung.pdf#page=270">Tabelle Zuordnung der Biotoptypen</a> (PDF)</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">P. Mertz: <i>Pflanzengesellschaften Mitteleuropas und der Alpen. Erkennen, bestimmen, bewerten.</i> Ecomed Verlagsgesellschaft, Landsberg/Lech, 2000, Seite 33. ISBN 3-609-19380-8</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="CORINE_Land_Cover" title="CORINE Land Cover">CLC</a>: <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110410190631/http://www.corine.dfd.dlr.de/media/download/clc_lut_de.pdf"><i>Klassifizierungsschlüssel und Lookup-Tabelle für CLC2000 Rasterdaten</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 10. April 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>; PDF; 102&nbsp;KB)</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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